Menü

Historie der AMD-Forschung

Erste Beschreibungen im 19. Jahrhundert

 

Die ersten systematischen Beobachtungen zur AMD stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Augenärzte wie Carl Jakob Eberth (1825–1886) und Otto Haab (1850–1931) beschrieben Veränderungen der Netzhaut im Bereich der Makula, die sie bei älteren Patientinnen und Patienten regelmäßig feststellen konnten. 1874 veröffentlichte der Schweizer Augenarzt Haab detaillierte Berichte über die „senile Makuladegeneration“ und prägte damit einen der frühesten Begriffe für die Krankheit. Diese klinischen Beschreibungen legten den Grundstein für die spätere Forschung.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde  zunehmend klar dass es sich bei der AMD nicht um eine unspezifische Alterserscheinung handelt, sondern um eine eigenständige Erkrankung mit charakteristischen Veränderungen. Forscher beschrieben Drusen – kleine Ablagerungen unter der Netzhaut – als ein frühes Kennzeichen der Krankheit. In den 1960er- und 1970er-Jahren begann man, zwischen einer „trockenen“ (atrophischen) und einer „feuchten“ (exsudativen) Form der AMD zu unterscheiden. Diese Einteilung bildet bis heute die Grundlage für Diagnose und Therapie.

Einen enormen Schub erhielt die Forschung ab den 1980er- und 1990er-Jahren, als neue bildgebende Verfahren wie die Fluoreszenzangiographie und später die optische Kohärenztomographie (OCT) entwickelt wurden. Diese Methoden machten es erstmals möglich, die feinen Strukturen der Makula in vivo sichtbar zu machen und den Krankheitsverlauf präzise zu dokumentieren.